Seit Samstag 14. März bin ich in Quarantäne, zuerst quasi freiwillig, dann im Verbund mit der ü65-Population der ganzen Schweiz.
So sitze ich wie viele Menschen aus meinem Umfeld in dieser sonderbaren Einzelhaft. Ich fühle mich zwar mehr oder weniger wohl, beschützt, versorgt, aber isoliert, von den Liebsten entfernt, etwas mundtot, unruhig getrieben und besorgt.

Wie du vielleicht auch, habe ich zwar das Telefonieren wieder entdeckt und freue mich an täglich ein bis zwei ausgiebig langen Gesprächen. Die ebenfalls wieder aktivierte Passion des Strickens kann ich bequem dazu kombinieren und lässt mir das Telefonieren sogar produktiv erscheinen (das Mobile mit eingeschaltetem Mikrofon vor mir auf dem Tisch).

Die Tage kommen ohne Kalender aus; sie sind ausgefüllt mit Routine, mit geplanten und auch mit spontanen Aktivitäten. Ich geniesse endlos lange Tage mit geschenkter Zeit, zum sich Verweilen, „Umenuusche“ und mich kreativ den Gedanken hingeben.

Aber mir fehlen der persönliche Austausch mit Menschen, körperliche Nähe, gemeinsames Tun und Geniessen, Konzerte und Kultur-Aktivitäten aller Art. Aber auch diskutieren, erzählen und streiten, sich gemeinsam freuen, lästern und sich ärgern.
Könnte das mit diesem Blog ansatzweise möglich werden?

(Facebook, Twitter etc. wären auch zweckmässige Werkzeuge, sind aber erfahrungsgemäss in meinem Umfeld nicht wirklich verbreitet. Gruppenchats sind etwas aufdringlich und wollen gepflegt werden.)

Erzählst du mir, womit du deine Tage ausfüllst? Hast du eine Struktur? Was macht dir Freude? Was sind deine Sorgen? Hast du eine Vision für die Zukunft? Worauf hoffst du?